Katzen gehören zu den reinlichsten Geschöpfen im Tierreich. Bis zu vier Stunden am Tag verbringen sie mit der Fellpflege. Doch trotz ihrer vorbildlichen Sauberkeit kann es passieren, dass unser geliebtes Haustier von Parasiten befallen wird. Unter anderem können Zecken die Hauskatze plagen und damit auch uns als Katzenmutti oder Katzenvati, denn nur selten werden unsere Stubentiger die lästigen Viecher von alleine wieder los. Woran ihr erkennt, dass eure Samtpfote Zecken hat und was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr hier in folgenden Beiträgen.

 

Zecke vs. Katze: Der lästige Blutsauger

Für Besitzer von reinen Stubentigern ist es weniger ein Thema, denn Zecken lauern ihren Opfern draußen auf. Eine Übertragung durch andere Haustiere ist zwar möglich, kommt aber eher äußerst selten vor. Bei Freigängerkatzen dagegen ist die Gefahr weitaus größer, sich solche Schmarotzer einzufangen und grundsätzlich fast das ganze Jahr gegeben, da die am meisten in Deutschland heimischen Arten zu unterschiedlichen Zeiten aktiv sind.

So verbreitet sich mittlerweile z. B. die Auwaldzecke oder auch Winterzecke genannt hierzulande im-mer mehr. Sie ist bereits ab vier Grad Celsius unterwegs. Der „Gemeine Holzbock“, der zur Familie der Schildzecken gehört, kommt mit einem Anteil von 95 % jedoch am häufigsten vor. Da Zecken besonders feuchte Witterung und Wärme lieben, ist ihre Hochzeit vor allem, wenn die Temperaturen in den zweistelligen Bereich klettern. Am besten ist es, du kontrollierst deine Mieze dahingehend von März bis Oktober täglich sorgfältig, wenn sie von ihren abenteuerlichen Streifzügen durch Gebüsch, Gärten, Wiesen oder Waldlichtungen zurück-kehrt.

Oftmals ist das Fell deiner Mieze nur ein Zwischenstopp für die kleinen Spinnentiere. Bei dir zu Hause angekommen, fallen sie beim Streicheln oder wenn sich die Katze am Boden wälzt ab. Auch wenn die Bedingungen für die Schädlinge in der Wohnung aufgrund geringerer Luftfeuchtigkeit nicht optimal sind, können sie trotzdem ohne Wirt hungrig bis zu 10 Tage überleben und krabbeln dann weiter, im schlimmsten Fall bis auf deine Haut. Dann kann es  für dich gefährlich werden, denn viel anfälliger als die Samtpfoten sind Menschen für be-stimmte von Zecken übertragenen Krankheiten. Hierzu zählen vor allem Lyme-Borreliose  und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

 

Mögliche Schutzmaßnahmen

Im Handel werden zahlreiche Produkte zur Zeckenabwehr angeboten. Achte beim Kauf darauf, dass sie ausdrücklich für Katzen zugelassen sind und hinterfrage auch die enthaltenen Wirkstoffe. Zugelassene chemische Mittel können unterschiedliche Beschwerden auslösen und im schlimmsten Fall lebensgefährlich für deinen Liebling sein! Lass dich am besten vorher von einem „guten“ Tierarzt (leider gibt es immer noch welche, die sich keine oder zu wenig Gedanken über die toxische Belastung unserer Haustiere und die Umwelt machen) oder Tierheilpraktiker umfassend beraten und entscheide dann.

 

Natürliche Mittel zur Abwehr von Zecken

Anti-Zeckenmittel, die auf natürlichen Inhaltsstoffen basieren und gleichzeitig weiteren Schädlingen vorbeugen sollen, wirken nicht bei jedem Tier gleich. Du musst sie einfach testen. Eine deutliche Anti-Zeckenwirkung soll sich z. B. nach ca. einer Woche bemerkbar machen, nachdem man seiner Katze täglich und je nach Gewicht Bierhefe-Flocken oder Tabletten - am besten zerbröselt - mit ins Futter mischt. Positiver Nebeneffekt: Bierhefe enthält reichlich Vitamin B, trägt somit zu einem gesunden Muskelwachstum bei und ist auch richtig gut für Haut und Fell deines Vierbeiners.

Auch mit  einer regelmäßigen Versorgung der Fellnasen mit „Imun Cat Para“, einem Pulver aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen, das zudem immunstärkend wirkt, ist es möglich, eine gute Zeckenabwehr aufzubauen. Wird mit dem Pulver alleine nicht die gewünschte Wirkung erzielt, kann z. B. mit „Inuvet Inuzid Spray“ unterstützt werden. Es basiert ebenfalls  auf na-türlichen und pflanzlichen Inhaltsstoffen, gelangt nicht in den Blutkreislauf, hat keine Nebenwirkungen  und hält zudem auch Flöhe und Grasmilben fern.

 

Kokosöl und ätherische Öle zur Zeckenabwehr?

Beim oftmals angepriesenen Kokosöl, das täglich auf das Fell aufgetragen werden soll, um durch die darin enthaltene Laurinsäure die Zecken fernzuhalten, ist Vorsicht geboten und muss darum sehr sparsam verwendet werden. Der Geruch kann die Samtpfoten irritieren und sie so zu einem übermäßigen Putzverhalten bis hin zur Automutilation (Selbstverstümmelung) veranlassen.

Auch Ätherische Öle wie z. B. Schwarzkümmel-, Eukalyptus-,Teebaum- oder Lavendelöl werden oft als wirksames Hausmittel gegen Zecken empfohlen. Diese dürfen bei deiner Mieze jedoch nicht zum Einsatz kommen und in ihrem Fell landen. Abgesehen davon, dass es für die Tiere eine Geruchsbelästigung darstellt, kann es schlimme Folgen haben, wenn es  beim Ablecken in ihren Organismus gelangt. Bestimmte Substanzen, aus denen die Öle be-stehen, können nur sehr langsam von den Katzen verstoffwechselt und abgebaut werden. Es besteht so die Gefahr von Vergiftungserscheinungen schlimmstenfalls bis hin zum Tod.

 

Zecken durch Chemie fernhalten?

Ziehst du es in Betracht, als Zeckenschutzpräparat eine Chemie-Keule anzuwenden, solltest du Nutzen und Risiko wirklich sehr gut abwägen, da Katzen unterschiedlich reagieren und es für sie mitunter trotz ordnungsgemäßer Anwendung ebenfalls fatale Folgen haben kann. Es ist außerdem möglich, dass sich bei deiner Samtpfote Nebenwirkungen zeigen, die im Beipackzettel nicht aufgelistet sind. Erhältlich sind Produkte, die sich in ihrer Anwendungsform, der Art und Dauer ihrer Wirkung sowie hinsichtlich ihrer Wirkstoffe unterscheiden. Zur Auswahl stehen u.a. Spot-Ons, Sprays, Halsbänder, Puder oder Tabletten. Empfehlenswert ist es, dazu auch in entsprechenden Foren die jeweiligen Erfahrungen von Anwendern nachzulesen.

 

Was sind Spot-Ons und wie wirken sie

Spot-Ons sind flüssige antiparasitisch wirkende Arzneimittel für Tiere, die direkt auf die Haut geträufelt werden müssen. Um zu verhindern, dass die Lösung abgeschleckt wird, soll man sie im Nackenbereich auftragen. Als Combi-Präparate werden sie auch als Anti-Floh-und Zeckenmittel angeboten. Je nach Produkt breiten sich die Wirkstoffe dann über die gesamte Körperoberfläche aus oder gelangen über die Haut in die Blutbahn und somit in den Organismus. Ein Zecken- und Flohbefall soll so verhindert werden oder der Parasit stirbt, nachdem er seinen Wirt gestochen hat.

Sprays und Spot-Ons sind in ihrer Wirkungsweise vergleichbar und müssen in regelmäßigen Abständen, ca. alle vier Wochen, aufgefrischt werden, um einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten. Nach der Anwendung ist es erforderlich, zu warten, bis das Fell der Katze bzw. die Auftragsstelle vollkommen abgetrocknet ist, bevor mit der Samtpfote wieder geschmust, gekuschelt oder sie gestreichelt werden darf. Dies kann bei der Verwendung von Spot-Ons bis zu 48 Stunden dauern. Im Mehrkatzenhaushalt ist außerdem darauf dazu achten, dass sich die Tiere nicht gegenseitig putzen und abschlecken. Für den Menschen gilt, den Kontakt der Produkte mit Haut, Augen und Schleimhäuten zu vermeiden und Sprays nicht einzuatmen.

 

Zeckenhalsbänder für Katzen

Zeckenhalsbändern, die ständig getragen werden müssen und daher für die meisten Katzen an sich schon unangenehm sind, wird zwar ein relativ zuverlässiger Schutz, der aber erst nach etwa 7 bis 10 Tagen nach dem Anlegen eintritt und je nach Model dann zwischen drei und acht Monaten anhält, zugeschrieben, jedoch sind sie sehr umstritten. Zum einen, weil die darin enthaltenen chemischen Wirkstoffe entweder in regelmäßigen Abständen oder kontinuierlich über einen längeren Zeitraum abgegeben und über die Haut aufgenommen werden und so, wenn auch nur in kleinen Mengen, im Körper der Miezen landen.

Auch hier könnten, wie bereits bei anderen Produkten erwähnt, nicht unerhebliche Nebenwirkungen auftreten. Bei Katzenwelpen, kranken, alten und schwachen Tieren sollen sie daher auf keinen Fall zum Einsatz kommen. Zum anderen ist trotz der Sollbruchstelle nicht zuverlässig gewährleistet, dass die Katze von alleine wieder frei kommt, falls sie mit dem Halsband irgendwo hängen bleibt und sie könnte sich womöglich strangulieren. Da du es vermeiden solltest, dass deine Haut mit dem Band in Berührung kommt, macht es ein unbeschwertes Streicheln und Kuscheln mit deinem Liebling eher schwierig. Besonders ist auch bei Kindern darauf zu achten.

 

Gefährliche Inhaltsstoffe in Anti-Zeckenmitteln

ACHTUNG! Nicht nur Spot-Ons, sondern auch alle anderen üblichen chemischen, zur Zeckenabwehr angebotenen Produkte, enthalten giftige Substanzen, deren Gefahren nicht zu unterschätzen sind. Als Wirkstoffe werden u. a. Insektizide und Neurotoxine (Nerven-gifte)!! eingesetzt. Hierzu zählen z. B. Organophosphate, Carbamate (diese wurden wie Permethrin bereits vor Jahren von der WHO als krebserregend eingestuft), Fipronil, Flura-laner, Sarolaner, Deltamethrin, Tetramethrin, Tetrachlorvinphos, Dimpylat, Afoxolaner, Trans-fluthrin, Flumethrin. Da Neurotoxine lipidlöslich sind und die Bluthirnschranke des behandel-ten Tieres passieren, können deshalb schwere neurologische Störungen bis hin zur Epilepsie auftreten.

Durch die regelmäßige Anwendung der Anti-Zeckenmittel ist es außerdem möglich, dass u. a. Vergiftungserscheinungen, Erbrechen, Durchfall, chronische Vergiftungen oder Organschäden die Folge sind. Tierhalter, die Hund und Katze haben aufgepasst! Da in Zecken- und Flohschutzmitteln für Hunde oftmals Permethrin enthalten ist, wäre es für deine Mieze lebensgefährlich, wenn sie damit in Kontakt kommen würde.

Eine spezielle Impfung für Katzen gegen Borreliose oder andere Krankheiten, die von Ze-cken übertragen werden können, sowie eine allgemein gültige Lösung zum Thema Zeckenschutz mit 100 prozentiger Erfolgsgarantie, gibt es nicht. Vielmehr muss jeder Tierhalter sich umfassend informieren und eigenverantwortlich eine Entscheidung treffen.

Dabei sind z. B. folgende individuelle Faktoren  zu berücksichtigen: Wie stark ist die Zeckenbesiedelung in der jeweiligen Umgebung und besteht für die Katze überhaupt die Möglichkeit, viel im Wald, in Gebüschen oder in hohem Gras umher zu streifen. Außerdem spielen Alter, Immunstatus, Allergien oder Vorerkrankungen ebenfalls eine Rolle. Kontrolliere auf jeden Fall das Fell deines Vierbeiners in den warmen Monaten täglich und suche zusätzlich dein Bett nach den kleinen schwarzen Blutsaugern ab, falls du dir deine Schlafstätte mit deinem Liebling teilst. 

 

Wie und wo stechen Zecken bei Katzen?

Übrigens ist zwar umgangssprachlich immer vom Zeckenbiss die Rede, jedoch handelt es sich dabei um einen Stich. Dafür nutzt der Parasit zunächst seine scherenartigen Mundwerkzeuge, mit denen er die Haut seines Opfers aufreißt, um dann mit seinem Stechrüssel eine Grube ins Gewebe zu graben, wo sich Blut, Lymphe und Gewebebrei ansammeln. Zeitgleich gibt die Zecke in die Wunde ihren Speichel ab, der besondere Substanzen enthält, die dafür sorgen, dass die Einstichstelle betäubt wird, sich nicht entzündet und das Blutgemisch nicht gerinnt. So kann der Schmarotzer oft länger unbemerkt seine Blutmahlzeit genießen, während er sich mit dem an seinem Stechapparat befindlichen Widerhaken an seinem Wirt festhält und zusätzlich eine Art Klebstoff produziert, mit dem er sich an dessen Haut zusätzlich fixiert.

Vom „Gemeinen Holzbock“, der bei seiner Entwicklung, nachdem er geschlüpft ist, drei Phasen (Larve, Nymphe, adelte Zecke) durchläuft und sich in jedem Stadium einen neuen Wirt sucht, greifen sich vor allem die erwachsenen weiblichen Exemplare u. a. gerne Katzen als Nahrungsquelle. Bevorzugte Stellen sind dann in weichen, warmen und gut durchbluteten Hautfalten an Hals, Nacken, Brust, Schultern, am Kopf rund um die Ohren oder auch am Schwanzansatz. Wurde deine Samtpfote von Zecken befallen und haben sich die winzigen Biester bereits unter dem dichten Fell in der Haut verankert, sind sie oftmals schwer zu ent-decken. Dabei steigt die Gefahr der Übertragung möglicher gefährlicher Krankheitserreger, je länger die Schmarotzer dort verbleiben. 

 

Wie entfernt man Zecken bei Katzen am besten?

Spürt ihr beim Streicheln eueres Lieblings plötzlich einen Knubbel im Fell, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen dieser lästigen Schmarotzer, der nicht frühzeitig entdeckt wurde und bereits Blut gesaugt hat. Dieser muss jetzt so schnell wie möglich schonend  entfernt werden. Als Besitzer einer Freigängerkatze solltest du dafür immer ein Werkzeug parat haben. Im Handel sind unterschiedliche Hilfsmittel erhältlich, z. B. Zeckenzangen, Zeckenschlingen oder Zeckenkarten, wobei letztere für Katzen wegen der längeren Haare eher weniger geeignet sind. Zur Not tut es auch eine Pinzette mit nach innen gewinkelten Spitzen. Auf keinen Fall dürfen Zecken mit Öl, Klebstoff, Benzin, Nagellack oder sonstigem beträufelt werden, da es bei dem Parasiten zum Todeskampf führt, er dadurch vermehrt Speichel oder sogar seinen Mageninhalt absondert und es das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern noch erhöht.

Da es notwendig ist, dass deine Samtpfote stillhält, während du sie von dem Blutsauger befreist, kannst du sie vielleicht mit ein paar Leckerlis ablenken oder, wenn möglich, einen Helfer, der die Mieze festhält, dazu bitten. Zunächst spannst du das Fell an der betroffenen Stelle mit zwei Fingern einer Hand. Packe dann die Zecke, ohne sie zu quetschen, mit dem gewählten Werkzeug möglichst dicht an der Haut deiner Katze und ziehe sie langsam mit einer gleichmäßigen Bewegung gerade oder drehend heraus. Dabei kann es einige Sekun-den dauern, ehe die Kittschicht aufbricht, mit der sich der Schmarotzer fixiert hat. Anschlie-ßend desinfizierst du die Stelle mit einem Wunddesinfektionsmittel.

Sollte ein Teil der Mundwerkzeuge zurückbleiben, wandert dieser, wenn sich die Wunde schließt, normalerweise nach kurzer Zeit von alleine heraus. Neben dieser gängigen Methode, diese lästigen Parasiten loszuwerden, gibt es eine weitere, wahrscheinlich eher noch weniger bekannte, aber einfache, sichere und schonende Praktik, die von einer amerikanischen Krankenschwester entdeckt wurde und sowohl bei Menschen und Tieren angewendet werden kann. Dabei tupft man mit einem Wattebausch, der mit etwas Flüssigseife getränkt wurde, für etwa 20 Sekunden auf die Zecke. Diese löst sich dadurch sofort und kann problemlos entfernt werden. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass du die Stichstelle über einen längeren Zeitraum regelmäßig kontrollierst. Bei anhaltender Rötung oder Entzündung sollte ein Tierheilpraktiker oder ein Tierarzt konsultiert werden.

 

Welche Folgen kann ein Zeckenstich für Katzen haben?

Katzen sind sehr viel seltener wie Hunde oder Menschen davon betroffen, durch von Zecken übertragene Viren oder Bakterien schwer zu erkranken. Einige Erreger können dennoch auch die Hauskatze befallen, für Unwohlsein sorgen und das Tier schlimmstenfalls ernsthaft krank machen, vor allem, wenn das Immunsystem der Mieze ohnehin schon geschwächt ist. Daher solltest du deine Samtpfote nach einem Zeckenstich besonders gut beobachten, da mögliche Anzeichen oft erst Wochen später auftreten.

Unspezifische Symptome wie zum Beispiel ein gestörtes Allgemeinbefinden, Appetitlosigkeit, Fieberschübe, Erschöpfungszu-stände, Bewegungsstörungen und Gelenkschmerzen können die Ursache von unterschied-lichen Erkrankungen (Borreliose, vereinzelt auch Anaplasmose, Babesiose oder Ehrlichiose) sein. Sie müssen vom Tierheilpraktiker oder Tierarzt abgeklärt und behandelt werden.

 

Zecken richtig entsorgen

Damit eine entfernte Zecke unschädlich gemacht wird und sich nicht weiter vermehrt, musst du sie richtig beseitigen. Um den hartnäckigen und sehr robusten Schädling sicher den Garaus zu machen, kannst du ihn z. B. eine zeitlang in Desinfektionsmittel oder hochprozentigen Alkohol (50 bis 80 %) legen. Achte jedenfalls immer darauf, nicht mit seinen Körperflüssigkeiten in Berührung zu kommen und trage darum am besten Einmalhandschuhe. Verfahre ebenso, wenn du einen dieser erbsengroßen „Bälle“ in deiner Wohnung findest. Die Schmarotzer fallen nämlich selbst von ihrem Wirt ab, wenn sie nicht entdeckt wurden und sich voll-saugen konnten.

Du darfst den Blutsauger auf keinen Fall noch lebend zurück ins Freie bringen. Es ist auch nicht ratsam, den Parasit im Waschbecken oder in der Toilette herunter zu spülen, da das Biest auch unter Wasser in der Lage ist, bis zu drei Wochen zu überleben und dann vielleicht sogar den Weg nach draußen wieder findet. Ebenso ist es keine gute Idee, das Tier zu zerquetschen, da es möglicherweise kurz davor ist, Eier zu legen und diese sich beim Aufplatzen der Zecke überall verteilen könnten. Übrigens: Weibliche Zecken, die bis zu 3000 Eier legen und daher weitaus mehr Blut benötigen als männliche, brauchen bis zu 10 Tage bis sie sich vollgesaugt haben und dann bis zum 200-fachen ihres „Leergewichts“ erreichen können.

 

Können sich Zecken in der Wohnung vermehren?

Einheimische Zecken überleben in der Regel aufgrund zu geringer Luftfeuchtigkeit nur einige Tage in der Wohnung, wenn sie abgefallen sind und nicht gefunden wurden. Dass sie sich in deinem Zuhause vermehren, ist nahezu ausgeschlossen. Die ursprünglich aus Nordafrika stammende und mittlerweile im gesamten Mittelmeerraum und in der Schweiz beheimatete „Braune Hundezecke“ hingegen, bildet eine Ausnahme. Wie ihr Name vermuten lässt, sticht sie  zwar mit Vorliebe Hunde, macht aber auch vor anderen Säugetieren und Menschen nicht Halt, wenn die Population zu groß ist.

Mit nach Deutschland eingeschleppt wird sie meist von Hunden, die mit auf Auslandsreisen unterwegs waren. Sie fühlt sich bei warmen (25 bis 30 Grad Celsius) und trockenem Klima wohl, kann, nachdem sie sich vollgesaugt hat und abgefallen ist, monatelang in der Wohnung ohne weitere Nahrung auskommen und legt ihre bis zu 4000 Eier mit Vergnügen in Ritzen und Spalten unseres Zuhauses ab.

Dadurch kann möglicherweise ein Massenbefall entstehen. Um die kleinen Tierchen wieder los zu werden, sollte man sich an einen Experten wenden, damit das Ganze durch falsche Maßnahmen nicht noch verschlimmert wird. Wissenschaftler der Universität Hohenheim, die sich in ihrem Forschungsprojekt mit der Braunen Hundezecke beschäftigen, bieten hier ihre Hilfe an. Im Verdachtsfall bitten sie darum, eine E-Mail mit einem Bild der Zecke an hundezecken@uni-hohenheim.de zu senden.

 

Zecken im Garten vorbeugen

Zecken lauern ihren Opfern nicht nur in Wäldern, Wiesen, Parks und Grünanlagen auf, sondern sind ebenso in den heimischen Gärten zu finden. Dabei besteht die  Gefahr der Verbreitung dieser Blutsauger sowohl in ländlichen Gebieten als auch in den Städten durch verschiedene Wirtstiere. Als bevorzugte Transportmittel dienen neben unseren Haustieren Streunerkatzen, von denen es mittlerweile über zwei Millionen in Deutschland gibt, sowie Rehe, Hasen, Igel, Füchse, Eichhörnchen, Mäuse, Ratten und Vögel. Um der Ansiedelung von Zecken vorzubeugen bzw. diese möglichst gering zu halten, ist es deshalb wichtig, den Garten für die Parasiten äußerst ungemütlich zu gestalten. Folgende Maßnahmen können dabei helfen:

Da Zecken eine schattige und feuchte Umgebung lieben, solltest du dafür sorgen, dass dein Garten gut von der Sonne durchflutet werden kann und möglichst trocken ist, deshalb

  • Garten nicht verwildern lassen, ausladende Bäume und wuchernde Sträucher konsequent zurückschneiden, Gestrüpp entfernen
  • Rasen regelmäßig mähen und immer sehr kurz halten, der Morgentau trocknet somit schneller
  • größere Flächen mit Bodendeckern vermeiden, lieber spärlich verwenden und Zwischen-räume mit Kies, Mulch oder Holzschnitzel auffüllen.
  • Barrieren zwischen Beeten und Rasen errichten, z. B. durch eine Kombination von Pflastersteinen und Kies                      
  • Abgefallenes Laub regelmäßig entfernen, Laubhaufen spätestens im Frühjahr aus dem Garten wegschaffen

 

Pflanzen, die vor Zecken schützen

Eine zusätzliche Möglichkeit, Vorkehrungen zur Zeckenabwehr zu treffen, besteht durch die Kombination folgender Pflanzen, die du rund um dein Grundstück und vorzugsweise auch an möglichen feuchten Stellen im Garten zahlreich platzieren solltest:

  • schmalblättriger Lavendel
  • Dalmatinische Insektenblume
  • Rainfarn
  • Katzenminze
  • Basilikum
  • Thymian
  • Oregano
  • Majoran

 

Zecken-Check im Garten

Möchtest du dir einen Überblick verschaffen, ob und wie zahlreich sich die Blutsauger in deinem Garten aufhalten, kannst du das folgendermaßen testen: Nimm ein großes weißes Tuch oder Laken, lege es über einen Stock und ziehe es dann langsam durch dein Grund-stück, über den Rasen, die Büsche, Sträucher und Blumenbeete. Kontrolliere im Anschluss das Tuch und schau, ob du kleine schwarze Punkte entdeckst, die sich bei genauerem Betrachten als Zecken herausstellen.

 

Zitruswasser - ein natürliches Mittel gegen Zecken

Hat sich bei deinem og. Test gezeigt, dass sich die Plagegeister bereits in deinem Garten breit gemacht haben, besteht die Möglichkeit durch folgendes einfaches Hausmittel, das du selbst herstellen kannst, entgegenzuwirken. Dazu bringst du 1 Liter Wasser zum Kochen,  gibst dann mehrere, in Scheiben geschnittene Zitrusfrüchte dazu und lässt sie eine Minute mitkochen.

Die Wirkung kann durch die Zugabe von ätherischen Ölen oder Pfefferminzblätter noch verstärkt werden. Lass das Ganze dann eine Stunde köcheln und danach abkühlen. Fülle das Zitruswasser in eine Sprühflasche und verteile es überall im Garten, vor allem an kühlen, dunklen Stellen. Um einen Erfolg zu erzielen, sollte diese „Behandlung“ regelmäßig und konsequent durchgeführt werden und auch immer nachdem es geregnet hat. Da es sich um ein rein natürliches Mittel handelt, wird damit anderen Insekten kein Schaden zugefügt.

Eine 100-prozentige Erfolgsgarantie für die Zeckenbekämpfung gibt es leider nicht, aber beherzigst du alle Tipps, kann die Gefahr auf jeden Fall minimiert werden, sodass der Auf-enthalt im Garten für dich und deine Samtpfoten nicht unbedingt mit einer bösen Überraschung, in Form eines Zeckenstichs, enden muss.