Von allen Säugetieren haben Katzen das mit am besten ausgebildete Gehör. Es zählt mit zu ihren wichtigsten Sinnen und ist sogar besser als das von Hunden. Gesunde, erwachsene Katzen können Geräusche mit Frequenzen in einem Bereich von 60 Hertz bis zu 65.000 Hertz und somit auch im Ultraschallbereich wahrnehmen. Katzenohren, deren äußere Ohrmuscheln in erster Linie als Schalltrichter dienen, verfügen über 32 Muskeln. Sie können unabhängig voneinander um bis zu 180 Grad gedreht werden und ermöglichen so ein dreidimensionales Hören. Unterschiedliche Geräuschquellen, die nahe beieinander liegen, können somit präzise zugeordnet und die jeweiligen Entfernungen genauestens eingeschätzt werden, ohne, dass die Katze dabei den Kopf bewegen muss. Die Ausrichtung der Ohrmuscheln funktioniert bei Geräuschen reflexartig und das sogar noch im Schlaf. Den Samtpfoten ist es z. B. möglich, eine Maus durch ihr Pfeifen genau zu orten, auch wenn diese sich unterhalb der Erde befindet. Damit ein Mensch den Ton wahrnehmen könnte, den eine Katze beim Fiepen von nur einer Maus hört, müssten dafür ca. 1000 Mäuse piepsen.


Neben der Ohrmuschel, die innen mit kurzen feinen Härchen und am oberen Rand mit längeren Schutzhaaren ausgestattet ist, um vor dem Eindringen von Schmutz und Staub zu schützen, bestehen Katzenohren aus Mittel- und Innenohr. Eine kleine Hautfalte am unteren Rand des Katzenohres soll als Zusatzschalltrichter dienen und so die Hörfähigkeit noch weiter steigern können. Um der Ansiedelung von Parasiten in dieser Hautfalte vorzubeugen, sollten die Lauscher der Katze dahingehend in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.


Sehr unangenehm und schmerzhaft ist es für die Mieze, wenn sie unter Ohrmilbenbefall leidet. Dieser zählt zu den am weitest verbreiteten Krankheiten bei Katzen und ist extrem ansteckend. Sowohl Freigängern als auch nur im Haus lebenden Stubentigern ist es möglich, sich mit Milben zu infizieren, da diese nicht nur durch bereits erkrankte Tiere übertragen werden können, sondern auch durch den Kontakt mit infizierten Gegenständen, wie z. B. Spielzeuge, Kissen, Decken, Futternapf oder Bürsten. Selbst durch Menschen, Fliegen und Katzenflöhe, die von draußen derartige Parasiten mit ins Haus bringen, ist eine Ansteckung möglich.

Betroffene Katzen zeigen unterschiedliche Symptome und Verhaltensweisen wie z. B. häufiges Kopfschütteln, Schiefhalten des Kopfes, unkoordinierte Bewegungen, starke Unruhe und schlechtes Hören. An den Ohren treten in der Regel Schwellungen, Rötungen und starker Juckreiz auf, den die Katze versucht loszuwerden durch Reiben ihrer Lauscher an kantigen Gegenständen sowie durch Kratzen mit den Pfoten, was zu blutigen Krusten aber auch zu weiteren Infektionen führen kann. Typisch bei der sogenannten Ohrräude ist auch das bräunlich-schwarz verfärbte , kaffeesatzartige Sekret, das an der Ohrmuschel haftet. Bei älteren Katzen kann es sein, dass ein Milbenbefall vorliegt, ohne, dass sie selbst daran erkranken, jedoch ihre Welpen anstecken, da deren Immunsystem noch schwächer ist.


Bei Freigängern ist es ratsam, immer wieder auf eventuelle Fremdkörper wie Grashalme, Grassamen oder Grannen von Gräsern zu achten, die sich beim Streifzug durch die Vegetation in den Katzenohren festsetzen können. Werden durch „Katerkämpfe“ oder Raufereien mit anderen Tieren Wunden am Außenohr verursacht, besteht die Gefahr, dass es durch Bakterien, Viren oder Pilzbefall zu Entzündungen kommt. Innen- und Mittelohrentzündungen können sowohl durch Infektionen des äußeren Ohres aber auch vermehrt durch aufsteigende Entzündungen des Nasen- Rachenraumes  erfolgen, da dieser durch die sogenannte Eustachische Röhre mit dem Mittelohr verbunden ist. Es ist für betroffene Miezekatzen sehr schmerzhaft und  führt bei ihnen häufig zu Kopfschiefhaltung, Gleichgewichstsstörungen und Stolpern  oder auch dazu, dass sie im Kreis laufen.


Beim Auftreten möglicher Symptome oder veränderten Verhaltensmustern sollte auf jeden Fall zur Abklärung immer sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Auch das Reinigen der empfindlichen Katzenohren und das Entfernen von Fremdkörpern sollte nur ein Tierarzt durchführen.


Katzen sind wahre Meister im Balancieren. Möglich macht dies die perfekte Kombination aus ihrem gelenkigen Körper und ihrem Schwanz, der je nach Situation sowohl als „Balancierstange“ dient und ihre Bewegungen nach rechts und links ausgleicht oder der als Ruder während des Sprungs eingesetzt wird und es der Mieze in der Luft somit möglich ist, ihre Richtung zu korrigieren. Zudem verfügen die Samtpfoten über einen außergewöhnlich stark ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Dieser sogenannte Vestibularapparat, der im Innenohr sitzt und in dessen Bereich sich Kristalle in einer Flüssigkeit bewegen, funktioniert im Wesentlichen wie eine Wasserwaage.

Er dient so der Katze während des Sprungs oder im freien Fall zur Wahrnehmung, in welcher Position sich ihr Kopf und ihr Körper zum Boden befinden und erzeugt die Reize für die Reflexe, die dafür sorgen, dass sie sich blitzschnell in der Luft drehen kann und nahezu immer auf ihren vier Pfötchen ankommt.  Es muss allerdings ein gewisser Abstand zum Boden gegeben sein, damit sich die Katze im freien Fall aus der Rückenlage in die richtige Position zur sicheren Landung bringen kann. Ebenso darf die Distanz auch nicht zu groß sein, da hier die Gefahr besteht, dass sich die Samtpfote beim Aufprall verletzt.


Kommt es zu einer Störung des Gleichgewichtssinnes, äußert sich das bei der Katze durch rasche Bewegungen der Augäpfel, starke Übelkeit und Schiefhaltung des Kopfes, sowie durch einen unsicheren Gang, häufiges Stolpern und Hinfallen. Außerdem wird die Mieze es unterlassen, zu klettern oder zu springen und sich hauptsächlich nur noch am Boden aufhalten. 


Die Ursachen für Gleichgewichtsstörungen, dem sogenannten Vestibularsyndrom, sind sehr vielfältig. Es können u. a. sowohl Verletzungen oder  Entzündungen der Ohren oder der Augen zugrunde liegen, aber auch Verletzungen am Kopf oder des Bewegungsapparates. Tumore, Vergiftungen, z. B. durch Schneckenkorn, oder andere toxische Erkrankungen machen 

sich ebenfalls durch einen gestörten Gleichgewichtssinn bemerkbar.

                                                                                                                    

Auch hier gilt es, bei den geringsten Anzeichen einen Tierarzt aufzusuchen.