Bei keiner anderen Tierart findet man so eine Vielfalt an verschiedenen und prächtigen Augenfarben als bei den Katzen.


Wenn sie geboren werden, haben die Kitten ihre Augen noch geschlossen und öffnen diese erst nach 8-10 Tagen. Sie sind jedoch bereits schon vorher in der Lage Hell und Dunkel zu unterscheiden und sollten in den ersten Lebenswochen niemals mit Blitzlicht fotografiert werden. Zum Wohle der Tiere sollte auch, wenn sie älter sind vom Fotografieren mit Blitz abgesehen werden. 

Bei allen Katzenbabies erscheinen die Augen blau, obwohl sie noch farblos sind.

Der Grund davor ist die fehlende Produktion des Farbstoffs Melanin durch die Pigmentzellen auf der Iris, die erst nach der Geburt einsetzt. Das Licht, das durch die Linse der Katzenaugen gebrochen wird, lässt die farblosen Augen deshalb zunächst blau wirken. Erst mit der Zeit verändern sich die Augen und je nach Rasse und dem Anteil der Farbpigmente auf der Iris erstrahlen die Katzenaugen dann in den unterschiedlichsten Farben. Im Alter von ca. 10 Wochen haben die Kitten die Sehfähigkeit, die der einer erwachsenen Katze entspricht, erreicht. Bei der Augenfarbe hingegen können bis zu 2 Jahre vergehen, bis sich diese endgültig entwickelt hat.  ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Neben verschiedenen Blau- und Grüntönen, kann man gelbe, dunkelorange, kupfer- und bernsteinfarbene und sogar goldene Augen, wie die der Bombay Katzen, bewundern.

Blau ist die seltenste Augenfarbe, die häufigste ist grün, in den verschiedensten Schattierungen. Dunkelbraune oder schwarze Augen kommen bei den Samtpfoten nicht vor.

Bei Katzen mit 2 verschiedenen Augenfarben liegt eine sogenannte Iris-Heterochromie vor.

Hier fehlen in einem Auge die Pigmentzellen. Es erscheint damit blau, während das andere Auge die jeweilige Farbe angenommen hat. Es kann auch vorkommen, dass sich in der Mitte der Iris ein Ring in einer anderen Farbe zeigt. Dies wird als zentrale Heterochromie bezeichnet. Bilden sich andersfarbige Flecken auf der Iris spricht man von der sektionellen Heterochromie. 


Von all Ihren Sinnen ist der Sehsinn bei den Samtpfoten mit der am besten ausgeprägteste. Da Katzen Jäger und nachtaktiv sind, ist es für sie besonders wichtig, auch im Dunkeln und bei Nacht, gut zu sehen, um erfolgreich auf Beutefang gehen zu können.

Dafür wurden die Katzenaugen von der Natur mit einigen Besonderheiten und Fähigkeiten ausgestattet. Auf ihrer Netzhaut befinden sich, genau wie beim Menschen, zwei Arten von Photorezeptoren. Es sind die für das Farbensehen zuständigen Zäpfchen und die für hell-dunkel-empfindlichen Stäbchen, von denen die Katzen jedoch 6-8 mal mehr besitzen als der Mensch und somit auch sehr schwaches Licht wahrnehmen können. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Außerdem weiten sich, je dunkler es wird, die senkrechten Schlitzpupillen der Samtpfoten kreisrund bis auf 14mm, sodass viel mehr Licht auf die Netzhaut trifft als beim Menschen, bei dem sich die Pupillen nur bis zu 8mm öffnen können.

Die multifokalen Linsen, mit denen die Katzenaugen ausgestattet sind, setzen sich aus konzentrischen Ringen zusammen und unterscheiden sich in ihrer Brechkraft. Jede Zone wird für einen anderen Farbbereich verwendet und bündelt die verschiedenen Wellenlängen des Lichts optimal auf die Netzhaut. So können Katzen auch bei spärlichem Licht gestochen scharfe Farbbilder sehen.


Eine weitere Besonderheit der Schlitzpupillen ist, dass, wenn mehr Licht in die Augen trifft, die äußeren Bereich der Linsen frei bleiben und so alle Brechungszonen genutzt werden können, um problemloses Sehen zu gewährleisten ohne, dass die Katze dabei geblendet wird. 


Zusätzlich befindet sich im hinteren Teil der Katzenaugen eine spiegelähnliche Schicht, das  sogenannte „Tapetum luzidum“ (leuchtender Teppich). Diese sorgt dafür, dass das einfallende Licht gebündelt und wieder auf die Netzhaut reflektiert wird und somit bestmöglich ausgenutzt werden kann. Die Membran wirkt somit wie ein Restlichtverstärker und es reicht infolgedessen das Mondlicht aus, dass die Katzen optimal sehen und gut jagen können. Bei vollkommener Finsternis können jedoch selbst Katzen nichts mehr erkennen. Das Tapetum lucidum ist auch der Grund warum Katzenaugen leuchten, wenn sie im Dunkeln angestrahlt werden. Bei blauäugigen Katzen nehmen wir dann ein rot- und bei allen übrigen ein gelblich-grün funkelndes Augenpaar wahr. Katzenaugen leuchten übrigens auch am Tag, nur können wir es da nicht erkennen, vergleichbar mit den Reflektoren an einem Fahrrad, die auch „Katzenaugen“ genannt werden und auf ähnliche Weise funktionieren.


Die Sehleistung bei Katzen ist jedoch aufgrund der Beschaffenheit ihrer Netzhaut im Bezug auf Farben und Fernsicht eher eingeschränkt. Die optimale Sehschärfe liegt bei Miezen, die nur im Haus leben bei 2 - 6 m, bei Freigängern bei 4 - 6 m. Dinge, die weiter entfernt sind, werden verschwommen wahrgenommen. Objekte, die näher als 25 cm liegen, werden unscharf gesehen oder erst gar nicht registriert, solange sich diese nicht bewegen.


Eine weitere Einschränkung besteht beim Erkennen von Farben. Da sich im Vergleich zum Menschen auf der Netzhaut der Katzenaugen wesentlich weniger, von den für das Farbensehen zuständigen Zapfen befinden, nehmen sie deshalb Farben auch wesentlich schwächer wahr. Außerdem besitzen Menschen drei verschiedene Zapfen für die Grundfarben Rot, Blau und Gelb verfügen. Daher können Katzen Farben wie Rot, Rosa oder Orange nicht erkennen. Sie nehmen diese in den unterschiedlichsten Grautönen wahr und zwar deutlich mehr und feiner abgestuft als Menschen dazu in der Lage sind.


Das räumliche Sehvermögen ist bei Katzen ausserordentlich gut und bewegt sich in einem Winkel von ca. 90 - 120 Grad, da ihre Augen nach vorne ausgerichtet sind und sich die Sehachsen stark überschneiden. Da jedes Auge einen weiteren Winkel von ca. 80 Grad abdeckt, ist es den Katzen möglich, in einem Bereich von 200 - 280 Grad jede Bewegung wahrnehmen zu können, ohne dazu ihren Kopf bewegen zu müssen. Außerdem sind sie in der Lage, Entfernungen genau einzuschätzen. Da ihre Augen aber kaum beweglich sind, müssen Katzen ihren Kopf drehen, wenn sie in eine andere Richtung schauen möchten.


Katzenaugen sind mit drei Augenlidern ausgestattet. Das obere ist beweglich, das untere ist unbeweglich. Das dritte Augenlid, die sogenannte Nickhaut, ist eine kleine transparente Bindehautfalte, die sich am inneren Augenwinkel befindet. Dort ist sie bei gesunden Katzen nur als kleiner Punkt zu erkennen und sorgt dafür, dass die Augen immer ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Deshalb können die Samtpfoten, ohne blinzeln zu müssen, sehr lange in „Starrposition“ verweilen. Eine weitere Schutzfunktion durch die Nickhaut besteht darin, dass sich diese bei geschlossenen Augen zwischen Lid und Hornhaut schiebt und so ins Katzenauge geratene Fremdkörper, sowie Staub und Schmutz herausfischen kann. Schiebt sich die Nickhaut auch bei geöffneten Lidern über Teile des Auges, spricht man von einem Nickhautvorfall. Es handelt sich dabei aber um keine Erkrankung sondern um ein Symptom, dessen Ursache verschiedene Krankheiten sein können. Daher sollte in so einem Fall umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.


Katzenaugen beeindrucken nicht nur durch ihren anatomischen Aufbau. Die Samtpfoten können mit ihnen, neben ihrer Körpersprache, ihren Gemütszustand und ihre Stimmungen zum Ausdruck bringen und sie auch zur Kommunikation einsetzen. So vermitteln sie Wohlbefinden, Vertrauen und Entspannung (Schlaf, Dösen), wenn sie ihre Augen leicht oder vollständig geschlossen halten. Ein langsames Blinzeln oder Zwinkern lässt sich als Äquivalent zum menschlichen Lächeln deuten und drückt ebenfalls Vertrauen, Zuneigung und eine positive Stimmung aus. Dies gilt auch umgekehrt. Wenn sie ihren felinen Freunden langsam zublinzeln, werten auch diese es als Zeichen ihrer Zuneigung. Starrt der Mensch einer Katze dagegen in ihre Augen, löst das in ihr Unbehagen aus und sie fühlt sich bedroht.

Unabhängig von der Lichtintensität, die für die Größe der Pupillen maßgeblich ist, weiten sich diese ebenfalls und werden groß und rund, wenn die Fellnase Angst hat, überrascht, erschrocken, neugierig oder gestresst ist. Außerdem ist es der Fall, wenn sich die Katze im Zustand freudiger oder angespannter Erregung befindet, ihrem Umfeld und Anwesenden misstraut und deshalb sehr wachsam ist oder aber ganz konzentriert ein bestimmtes Objekt fixiert und in Jagdstimmung ist. Die genaue Bedeutung lässt sich jedoch nur in Verbindung mit den jeweiligen Signalen der Körpersprache erkennen. Verengen sich die Pupillen der Katzenaugen trotz hellem Umgebungslicht zu senkrechten Schlitzen, sind dies Zeichen von Dominanz, Aggression und Kampfbereitschaft.


Hält eine Katze ihre Augen ständig geschlossen, kann es sein, dass die Hornhäute aufgrund gegen die Katzenaugen wachsender Wimpern, gereizt sind. Dies wird durch eine Fehlstellung ausgelöst und in der Fachsprache als Trichiasis  bezeichnet. Abhilfe kann hier und bei den verschiedensten Erkrankungen an der Katzenaugen mit Kontaktlinsen geschaffen und damit unnötige Operationen vermieden werden.


Im schlimmsten Fall kann es auch vorkommen, dass eine Katze erblindet. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein und etliche davon lassen sich durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung vermeiden. Übergewicht und ein Mangel an Nährstoffen können unter anderem zu Diabetes und dadurch zu einer Trübung der Linse (Grauer Star) führen oder es kann durch Bluthochdruck zu Blutungen im Augeninneren oder einer Netzhautablösung kommen. Durch Medikamente kann der Blutdruck gesenkt und auch bewirkt werden, dass sich die Netzhaut wieder anlegt und die Katze wieder sehen kann.

Die Sehfähigkeit einer erblindeten Katze kann jedoch nicht mehr hergestellt werden, wenn es aufgrund eines länger anhaltenden Taurinmangels zu einer Retina-Degeneration kommt, da hier die Netzhautzellen nach und nach absterben. Weitere Gründe für eine Erblindung können Verletzungen, Entzündungen, Infektionen oder Tumore sein. Es sollte daher bei Auffälligkeiten beim Verhalten der Katze schnellstmöglich ein Tierarzt konsultiert werden.